Kurz und knapp

Warum wird die Freimaurerei als Geheimbund bezeichnet?
Nicht-Freimaurer selbst nennen ihre Gesellschaft einen Geheimbund, sondern die erste Erwähnung findet sich in der Bannbulle „In eminenti apostolatus specula“, die gegen die Freimaurerei am 28.04.1738 ausgesprochen wurde. Darin wird von „geheimer Gesellschaft“ bzw. „undurchdringlichem Bündnis“ gesprochen.
Britische Freimaurer nahmen aber stets an öffentlichen Prozessionen teil, wie es heute noch in den angelsächsischen Ländern üblich ist. Darum kann Freimaurerei wohl eher als eine diskrete Gesellschaft bezeichnet werden.


Was versteht man unter den „Alten Pflichten“?
Die „Alten Pflichten“ sind ein Teil des ersten Konstitutionenbuch der Freimaurer von 1723. Es war öffentlich erhältlich und jedermann konnte es erwerben.
Oft wird das erste Konstitutionenbuch von James Anderson (1723) als „Alte Pflichten“ bezeichnet, was aber ungenau ist. Die „Alten Pflichten“ bilden auf den Seiten 49-56 nur einen Teil des ca. 90- seitigen Buches von 1723.
Im ersten Konstitutionenbuch spricht James Anderson nur von den Pflichten eines Frei-Maurers. Auch in der aktuellen Version, die die englischen Großloge auf ihrer Internetseite veröffentlicht https://www.ugle.org.uk/about-us/book-of-constitutions heißt es nur „Charges“ also Pflichten.


Ist die Freimaurerei eine Religion?
Nein. Freimaurerei ist eine Gemeinschaft von religiösen, gläubigen und spirituellen Menschen. Wenn die Freimaurerei eine Religion wäre, könnten ja nur Mitglieder dieser oder einer bestimmten Religion Mitglied werden. Genau das Gegenteil ist der Fall. Es ist das Ziel, dass Menschen unterschiedlicher Glaubensrichtungen und Religionen Mitglied und zu Brüdern und Schwestern werden.


Was ist mit „Christentum“ in der Freimaurerei gemeint?
Die Freimaurerei entstand auf den britischen Inseln; obwohl im ersten Konstitutionenbuch von 1723 nur die „Religion, in der alle Menschen übereinstimmen“ erwähnt wird, so wird in der zweiten Auflage von 1738 deutlich gemacht, dass die Freimaurerei in einem christlichen Kontext entstanden ist.
Im ersten Konstitutionenbuch von 1723 wird in den „Alten Pflichten“ deutlich hervorgehoben, dass die Grundlage aller freimaurerischen Arbeit eine auf Vernunft und Eintracht geschmiedete Bruderschaft ist. Sie basiere auf einer Religion, die nicht aus der Zusammenfassung bestimmter Glaubensartikel und Satzungen bestünde, wie solche im Laufe der Zeiten von den einzelnen Konfessionen aufgestellt wurden, sondern eben auf das dogmenfreie Christentum.
Im ausgehenden 19. Jahrhundert wurde allmählich in Deutschland die Zugehörig zu einer christlichen Gemeinschaft in den meisten Großlogen aufgegeben.


Was versteht man unter dem Begriff „Esoterik“?
Der Begriff „Esoterik“ ist heutzutage genauso negativ besetzt, wie das Wort „Christlich“. Das Wort „Christlich“ hat nichts mit den Konfessionskirchen oder einer Institution zu tun, sondern er bedeutet nur die Nachahmung des Lebens Jesu Christi als Mensch. Der Begriff „Esoterik“ löst zudem in den meisten Menschen ein Bild aus, das nahe der „New Age“-Bewegung liegt. Denn dieser Begriff war eine im letzten Drittel des 20. Jahrhunderts gebräuchliche Bezeichnung für diverse Strömungen in der Esoterik.
Esoterik ist in der ursprünglichen Bedeutung des Begriffs eine philosophische Lehre, die nur für einen begrenzten „inneren“ Personenkreis zugänglich ist. Der Gegensatz ist die Exoterik, was als allgemein zugängliches Wissen zu verstehen ist.